Themen der Wissenschaftswoche 2002

Fach betreuender Lehrer Thema
Informatik Hr. Czech Netzwerkgrundlagen, Konzepte- Theorie und prakt. Ansatz, Windows NT, Linux im Netzw.
Russisch Hr. Fiedler Zertifikat für das Fach Russisch
Geschichte Fr. Kugehl Totenkulte in Ägypten, KZ Buchenwald, China: Vom Pekingmenschen bis zur Chan, Schottische Geschichte, Geschichte Indiens, Ärzte im KZ, Kunst im KZ, Vergleich Rom-Ägypten
Sozialkunde Hr. Ludwig Kinder im Konzentrationslager, Buchenwald und das Alltagsleben der Häftlinge
Physik Hr. Glode Physikalisches Praktikum-Drehpendel, Photoeffekt, Bestimmung der spezifischen Ladung eines Elektrons, Schwingkreis
Deutsch Fr. Janzen Friedrich Gottlies Klopstock - der Dichter - Seher; Das System des deutschen Konzentrationslager - thematisiert in der Literatur; H. Hesse
Englisch Fr. Buchmann Canada, Introduction of Michigan and Pennsylvania
Geographie Fr. Pohl Das Gewerbegbiet ASL "Güstenerstr."; Befölkerungsentwicklung in ASL seit 1990; Aschersleben als Touristenzentrum?
Kunst Fr. Günther S. / Hr. Nitsche Radierung, Illustration und Buch, Graffitti- Kunst oder Unfug, Figuren und Bühnenbild "Der Besuch der alten Dame"
Chemie Hr. Richter Farbstoffe, Carbone, Paracetanol, Aspirin
Biologie Fr.Lindemann / Fr. Günther I. / Hr. Friedel / Fr. Weber Säuger, Würmer, Weichtiere, Algen-Plankton, Wasserfaktoren, Tourismus, Krebstiere, Boden-Klima,Vögel, Salzwiese

Bericht über Buchenwald 2002

AEUR?Oh, Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist.AEURoe

Dieser Vers aus dem Buchenwald-Lied war nicht nur musikalische Begleitung auf dem Appellplatz, sondern drückte gleichzeitig den Gemütszustand von über 250 000 Häftlingen aus, die in dem Konzentrationslager zwischen 1937 und 1945 inhaftiert waren.

1937 auf dem Ettersberg gebaut, war Buchenwald vorrangig als Arbeitslager für die Rüstungsindustrie gedacht. Doch auch hier starben über 50 000 Häftlinge durch Massentötungen, Willkür der SS oder medizinische Experimente. Auch wenn jedem Buchenwald und seine Geschichte bekannt ist, entschloss sich eine kleine Gruppe von 10 Schülern mit dem betreuenden Lehrer Herr Ludwig innerhalb der Wissenschaftswoche eigenhändig zu forschen und in Buchenwald vor Ort zu individuellen Themen zu recherchieren. Dabei standen uns sowohl Bibliothek und Archiv als auch informierte Fachleute zur Verfügung.

Drei Tage sollte unser Aufenthalt in Buchenwald dauern, in denen wir die Möglichkeit hatten uns einen Überblick über das Lager zu verschaffen und Material für die sich anschließende wissenschaftliche Arbeit zu sammeln. Nach unserer Ankunft wurden uns Zimmer in der Jugendbegegnungsstätte zugewiesen (ehemalige SS-Kaserne). Nach der Erkundung der Unterkunft und der Zimmer unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch die Gedenkstätte, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen oder Erinnerungen von früheren Besuchen aufzufrischen. Die Zeit vor bzw. nach dem Abendbrot wurde genutzt, um eine erste Materialversammlung, in der Bibliothek des Hauses, für die individuellen Themen zu erstellen. Diese erste Sichtung sollte hilfreich für den nächsten Tag und die damit verbundene Arbeit im Archiv sein. Der erste Tag in Buchenwald fand mit Gesprächsstunden sein Ende. Am nächsten Tag teilte sich die Gruppe nach dem Frühstück auf, um abwechselnd im Archiv von Buchenwald arbeiten zu können. Hier wurde u.a. zu den Themen Sonderbau Buchenwald, Ärzte im Konzentrationslager, Frauen und Kinder in Buchenwald, Alltag in Buchenwald oder Kunst im Konzentrationslager recherchiert. Die Gruppe, welche jeweils nicht im Archiv arbeitet, setzte ihre Materialsammlung fort oder unternahm einen intensiven Erkundungsgang durch Buchenwald. Dabei wurden, neben der Ausstellung Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945 in der ehemaligen Effektenkammer, auch das Krematorium, das Torgebäude mit den Arrestzellen im Seitengebäude, der Steinbruch, das kleine Lager oder auch der Appellplatz mit den sich anschließenden Lagerbaracken besichtigt. Während den Besichtigungen wurden wir von einer unbeschreiblichen Atmosphäre eingefangen, die sogar nicht zu dem strahlend blauen Himmel passte, der in seiner Schönheit doch im krassen Widerspruch zu den schrecklichen Ereignissen in Buchenwald stand. Am Ende dieses doch sehr arbeitsreichen Tages führte Herr Ludwig noch ein Interview mit den teilnehmenden Schülern durch, in dem sie ihr Thema schildern sollten.

Mit doch sehr gemischten Gefühlen ging dieser Tag zu Ende. Als am nächsten Tag unsere Abreise anstand, waren wir doch froh diesen Ort zu verlassen. Auch wenn mit Buchenwald viele schreckliche Erlebnisse in Verbindung stehen, ist es doch positiv, dass jeder Mensch die Gedenkstätte besichtigen und im Archiv nach Absprache forschen kann. Während unserer Zeit in Buchenwald standen uns fachkundige Mitarbeiter zur Seite, die jederzeit Fragen beantwortet und bei der Materialsuche geholfen haben. Allerdings wurden wir auch darauf aufmerksam gemacht, dass es auch heute noch Menschen gibt, die die Überreste der Gedenkstätte Buchenwald vernichten wollen, um die Existenz von Konzentrationslagern zu leugnen.

Katja Sperling (13/1)

Bericht über Clausthal 2002

Wir - also die experimentierfreudigen Physiker und Chemiker der 13. Klasse - verbrachten auch dieses Jahr die Wissenschaftswoche in Clausthal. Uns betreuten die Lehrer Herr Richter und Herr Glode. Zum ersten Mal war Herr Rosenthal leider auf Grund eines Unfalls nicht dabei. Am Montag, den 19.8.2002, starteten wir zur Technischen Universität Clausthal, in dem wir eine größere Wegstrecke bezwangen. Am Nachmittag wurden uns interessante Experimente von Herrn Balk gezeigt, wobei am Computer eine virtuelle Versuchsanordnung und Durchführung simulieren konnten.

Danach stellten uns die Lehrer unsere Experimente in einer Einführungsrunde vor, an denen wir in den nächsten Tagen Gesetze nachweisen mussten. Die Versuche für die Physikgruppe waren Photoeffekt, Schwingkreis, Schuster-Versuch und Drehpendel. Die Projekte in Chemie enthielten Farbstoffe, Carvone, Paracetanol und Aspirin. Dabei suchten sich die Chemiker ein Projekt aus und lösten ihre Aufgaben dazu.

Die Physiker dagegen hatten keine Alternative. Trotz aufschlussreichem Experimentieren hatten wir eine Mittagspause, die wir in der Mensa verbrachten. Die lauffaulen Physiker brauchten nur aus der Universität rausfallen, schon waren sie in der Mensa. Die Chemiker mussten etwas mehr laufen. Am Mittwoch nachmittag erklärte uns ein Professor im Institut für Nichtmetallische Werkstoffe den theoretischen Aspekt von Glas-Keramik-Bindemittel. Dies veranschaulichte er uns an der Nadeltechnologie. Dies ist eine neue Form der Sichtweise atomarer Strukturen.

Abends (nach 19 Uhr) konnten wir dann entweder unsere Protokolle schreiben oder unsere Freizeit gestalten, wie auf einer Klassenfahrt AEUR" nur das die Protokolle irgendwann auch mal fertig sein mussten. Nachdem wir uns am Freitag in der Schule der letzten Auswertung widmeten, mussten wir dann auch schon unsere Protokolle abgeben. Mir hatte sehr viel Spaß gemacht und ich fand es sehr interessant die Theorie im Unterricht selber praktisch durchzuführen.

Juliane Meyer (13/1)

Bericht über die Wattenmeerfahrt 2002

AEUR?Oft schläft erst ein am Morgen sacht, wer sich des Nachts noch Sorgen macht.AEURoe

Leider ist der Verfasser dieses Sprichwortes unbekannt; eines können wir aber dennoch zweifelsfrei von ihm behaupten: er hat schon eine Menge Lebenserfahrung gesammelt. Überzeugen davon konnten wir uns in den fünf stressigen Arbeitstagen an der Nordsee, wo sich unsere Gedanken ausschließlich um unser Projekt AEUR?Die WeichtiereAEURoe drehten.

An Schlaf wagten wir uns in dieser Woche kaum zu denken, da ein riesiger Aufgabenberg bearbeitet werden wollte und am 23. August unsere vorläufigen Ergebnisse auf Papier gebannt sein sollten. Also hieß es experimentieren, im Marsch buddeln, Biologie-Bücher studieren und alles in aufwendiger Schreibarbeit dokumentieren. Überfordert fühlten wir uns dabei mit unseren Aufgabenstellungen keine Sekunde, wohl aber mit dem Zeitdruck. Manchmal wussten wir gar nicht, was wir denn nun am besten zuerst machen sollen. Ein Handicap stellte dabei wohl auch das nachlassen unserer körperlichen Kräfte zum Ende der Woche dar: der Körper wollte sich endlich einmal richtig ausschlafen, ausruhen, ja einfach mal abschalten.

Doch der Kopf sagte etwas ganz anderes: er wollte durchhalten und ein Ergebnis zustande bringen. Angetrieben wurden wir aber auch von unserer Neugier! Vor dieser Wissenschafts-Woche waren Schnecken und Muscheln einfach nur irgendwelche toten Gehäuse für uns, die einfach in ein Meer gehören. Jetzt, nach dieser Nordsee-Expedition sind es für uns faszinierende Lebewesen geworden, die besonders durch ihre speziellen Lebensstrategien Eindruck bei uns schinden konnten. Den besten Show-Act boten sie uns dabei bei ihren Eingrabungen in das Watt, das wir diese zarten Wesen gar nicht zutrauen mochten.

Alles in allem liegen fünf aufregende Tage Wattenmeer hinter uns. Tage mit vielen Entbehrungen. Tage mit vielen neuen Eindrücken und Tage voller Entscheidungen, die von uns getroffen werden wollten. Heute sind wir stolz auf unsere Arbeit, die wir zu 90% in dieser einen Woche aufgrund hohen Krafteinsatzes fertig stellen konnten. Wir sind stolz auf eine Arbeit die ganz besonders durch unsere individuelle Handschriften viel von uns preis gibt und uns trotz aller Umstände viel Spaß bereitet hat.

 

Nadine Pekrul (13/2), Tina Lindemann (13/2)