Sonntag, 15. Februar (von Anna Mantel)
Fluchende Eltern, Koffer quetschen und Zeitdruck waren wahrscheinlich bei den meisten heute morgen Programm. Aber festina lente (lat. „Eile mit Weile“)! Also wurde der letzte Kaffeeschluck in Ruhe genossen, bevor es zum Flughafen nach Berlin ging. Doch plötzlich die erste schlechte Nachricht: Unser Flug hat fast eine Stunde Verspätung. Ob der Zeitplan für den restlichen Tag nun noch passt, wird sich zeigen. Zunächst hatten wir dadurch aber mehr als genug Zeit, um auf die Ankunft von jedem zu warten und unsere Koffer abzugeben. Nun kam der Moment in dem viele bangten, ob ihr Koffer nicht doch zu schwer sei, wie auch ich. Doch Quentin zeigte, dass es auch das Gegenteil gibt; sein Koffer war pluma ut levis („leicht wie eine Feder“) und somit schon zu leicht (!) für eine normale Abgabe. Nach Security Check und kostenintensiver Mittagspause war Zeit für das Boarding und unsere eigentliche Reise begann. Zwei Stunden schauten wir auf die vorbeiziehenden Wolken herab, bis sich vor uns die italienische Mittelmeerküste mit der Hafenstadt Ostia Antica zeigte. Die untergehende in Orangetönen gefärbte Sonne erstrahlte mit ihrem letzten Licht den fast wolkenlosen Himmel und bot einen ersten Einsruck des uns erwartenden Wetters. Doch nicht nur die Sonne, sondern auch Anna W. strahlte, da sie den Flug ohne große Angst überstanden hatte und nun mit ihrem Koffer, genau wie wir, vor dem Bus nach Rom stand. Als wir nach dem ganzen Reisen endlich in Rom unser Hotel erreicht hatten, waren alle erleichtert. Endlich hatten wir Zeit zum Essen und Ankommen. Jedoch nicht so lange, wie manche sich gewünscht hätten. Denn abends wartete noch der Trevi Brunnen und ein dazugehöriger Vortrag von Clara, den sie mit Bravour in Strömen von Menschen präsentierte. Auf dem Rückweg war die Erschöpfung uns ins Gesicht geschrieben und somit war unser restliches Abendprogramm nur noch Duschen, Umziehen und Schlafen mit der Aussicht auf einen weiteren erlebnisreichen Tag.

Montag, 16. Februar (Marie Schulz)
Der Montag war unser erster kompletter Tag in Rom – und direkt ein echtes Highlight. Schon beim Frühstück wurde klar, dass wir in Italien angekommen waren: Uns erwartet süßes Gebäck und Marmelade, statt herzhaften Aufstrichen. Gut gestärkt starteten wir anschließend zu einer Stadtrundfahrt. Obwohl es windig und ziemlich kalt war, ließen wir uns die Stimmung nicht verderben. Wir bekamen einen ersten Eindruck von der beeindruckenden Geschichte der Stadt und sahen zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten, darunter das Kolosseum und den Circus Maximus.
Nach einer kurzen Mittagspause, in der sich jeder individuell etwas zu essen holen konnte, fuhren wir das erste Mal mit der Metro – ein kleines Abenteuer für sich. Unser Ziel war erneut der Circus Maximus, wo Noah einen informativen Vortrag hielt, in dem er uns erklärte, was mit „panem et circenses“ gemeint ist – die Unterhaltung und Ruhigstellung des Volkes durch spektakuläre Spiele. Danach ging es weiter zum Kolosseum, zu dem Nele spannende Hintergründe präsentierte. Besonders interessant war auch Herr Bremers Ergänzung zum Konstantinsbogen, der direkt neben dem Kolosseum steht und den Sieg Konstantins feiert. Die Kunstkurse nutzten die beeindruckende Kulisse für erste Skizzen, bevor wir bei einer Führung über den Palatin und durch das Forum Romanum noch tiefer in das antike Rom eintauchten. Zwischen Ruinen und Tempelresten wurde Geschichte plötzlich greifbar – tempora mutantur, nos et mutamur in illis („die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen“). Am Nachmittag hatten wir Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Den Abschluss des Tages bildete ein freiwilliger Ausflug zum Monte Pincio, von dem aus wir einen wunderschönen Blick über Rom genießen konnten – ein perfekter Moment, um diesen ereignisreichen Tag ausklingen zu lassen.

Dienstag, 17. Februar (Marlene Gustin)
Der Dienstag und damit dritte Tag auf unserer Romfahrt startete bei uns mit einer sehr kreativen Aufweck-Aktion in Form eines Berichts über antike Gladiatoren-Kämpfe und der Vorhersage für das heutige Wetter. Nachdem wir also auf höchst dramatische und lustige Weise aus unserem Schlaf geweckt wurden, ging es dann verspätet zum Frühstück, da wir dort vorerst vergessen wurden. Dort schließlich gestärkt, erwartete uns danach eine Führung durch die Hafenstadt Ostia antica bei strahlender Sonne. Aufgrund anfänglicher Fehlorientierung mussten wir noch etwa 20 Minuten auf unseren Zug warten und hatten daher die Möglichkeit, die anikte Pyramide vor dem Bahnhof etwas genauer zu bestaunen. Dann fuhren wir von San Paolo bis nach Ostia Antica mit der Metro und bekamen von Frau Langer eine kurzweilige Führung durch die Hafenstadt. Anschließend hatten wir etwa 45 Minuten Zeit, den Ort selbständig weiter zu erkunden, wobei Anna M. ihrer Kreativität freien Lauf ließ und den Ort malerisch auf einer Pinienrinde festhielt. Als wir nun also unseren täglichen Bedarf an Antike gedeckt hatten, fuhren wir nochmals mit der Metro, diesmal allerdings ans Meer. Dort bekamen wir von Herr Bremer die Aufgabe, uns in sieben 3er Gruppen aufzuteilen, um uns untereinander etwas besser kennenzulernen, und dabei jeweils etwas Blaues, etwas typisch Italienisches und etwas zum Spielen zu finden. Was allerdings in kleinen Gruppen geplant war, wurde ziemlich schnell zu einer großen Gruppenarbeit, da wir nach 5 Minuten des Suchens alle zusammen in einem Restaurant saßen, um uns erst einmal zu stärken. Nach der für einige sehr teuren Stärkung gab es die etwas zeitlich verzögerte „Siegerehrung“, die die Sieger der Übung durch die Jury, bestehend aus Herr Bremer, Herr Jöhring und Herr Schwarzfischer auswählte. Anschließend durften wir alle noch kurz zum Strand, dessen Anblick trotz des starken Windes atemberaubend war. Geplant war eigentlich nur eine kurze Fotosession bevor es wieder zurückging, doch alea iacta est und so beschloss Quentin noch weiter Muscheln zu sammeln, während der Rest wieder mit der Metro zum Hotel fuhr, denn leider waren die geplanten Besuche der Filmstadt Cinecittá und des Parks der Aquädukte nicht mehr möglich. Angekommen in unserem Zimmer, schmiedeten wir für den nächsten Tag bereits Pläne, bevor wir uns schließlich zum Abschluss des Tages eine große Pizza Margherita bei Sfizio genehmigten. Damit endete auch schon der dritte Tag unserer Rom-Reise und wir gingen voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen.

Mittwoch 18.02.2026 (Lareen Stroppe)
Um 8:30 Uhr starteten wir unseren vierten Tag in Rom. Zuerst führte unser Weg in die Basilika, wo wir einen spannenden Vortrag von Erik hörten. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn, doch schnell stellten wir fest, dass die Italiener ganz nach dem Motto veni, vidi, vici ihre Plätze eroberten. Zum ersten Mal bestand die Gefahr, dass jemand verloren gehen könnte, denn die Türen schlossen sich rasch hinter uns, und wir standen in quasi sardaellae in pixide so eng zusammengedrängt wie Sardinen in der Dose.
Angekommen führte unser Weg in das Ara-Pacis-Museum, wo wir eine Führung zum Altar des Friedens hatten. Danach brachen wir zum Pantheon auf, wobei sich bei einigen von uns die vielen Schritte schon bemerkbar machten. Aber es gab noch Hoffnung, denn danach war erst einmal eine Stunde Mittagspause angesagt. Alle strömten in verschiedene Richtungen aus, um ihr Hungergefühl zu stillen.
Pünktlich um 13 Uhr brachen wir in versammelter Mannschaft zum Kapitol auf. Oben angekommen wurden wir von Selma durch einen Vortrag über dieses informiert. Ein weiterer Punkt auf unserer Tagesliste war ein Ausflug zum Museum MAXXI, welches Kunst des 21. Jahrhunderts beherbergt. Dabei trennten sich zunächst unsere Wege: Einige gingen mit, während die anderen sich zur Ruhe ins Hotelzimmer zurückzogen.
Beim MAXXI angekommen erhielten wir durch den Vortrag von Paula und Lilly einen ersten spannenden Eindruck von der zeitgenössischen Kunst. Manches war faszinierend, anderes schwer zu begreifen. Um sich davon zu erholen, lösten sich nun auch die letzten voneinander, und jeder ging zunächst getrennte Wege, um Rom weiterhin zu erkunden oder sich von den täglichen Ereignissen etwas zu erholen.
Ab 19:30 Uhr gab es dann die Möglichkeit, am täglichen freiwilligen Abendausflug teilzunehmen. Dieser führte heute nach Gianicolo und Trastevere. Somit endete auch der vierte Tag in Rom mit Muskelkater, Müdigkeit, aber auch mit Vorfreude auf den letzten vollen, ereignisreichen Tag.

Donnerstag, 20. Februar (Mariele Amme)
Unser letzter Tag in Rom hatte es nochmal in sich. Gleich morgens ging es für uns in der Rushhour mit der Metro Richtung Vatikanische Museen. Ein Erlebnis für sich. Die Bahn war so voll, dass man eher von „kuscheln“ als von Stehen sprechen konnte. Es wurde gedrängelt, geschoben und gedrückt, während einige es tatsächlich nicht mehr rechtzeitig in den Waggon schafften und die nächste Metro nehmen mussten. Spätestens da haben wir gemerkt: Rom funktioniert eben anders. Omnes viae Romam ducunt und manchmal eben auch wieder zurück zur nächsten Bahn.
Unsere Führung begann überraschenderweise nicht im Museum, sondern draußen, mit einer „Ausreise“ in den Vatikanstaat und einem Rundgang durch die Vatikanischen Gärten. Zwischen gepflegten Anlagen und beeindruckenden Ausblicken bekamen wir einen ersten Eindruck von der besonderen Atmosphäre dieses kleinen Staates.
Danach ging es in die Museen selbst. Zuerst sahen wir die berühmte Laokoon-Gruppe, eine antike Skulptur, die den trojanischen Priester Laokoon und seine Söhne im Kampf mit Schlangen zeigt. Anschließend standen wir vor Raffaels Philosophen-Fresko „Die Schule von Athen“, auf dem die bedeutendsten Philosophen der Antike versammelt sind. Den Abschluss bildete die Sixtinische Kapelle mit der Deckenmalerei von Michelangelo. Ein Moment, der trotz der vielen Menschen erstaunlich still und beeindruckend war. Ars longa, vita brevis.
Nach einer kurzen, individuellen Mittagspause setzte Regen ein, der uns bis zum Abend begleitete. Trotzdem ließen wir uns die Stimmung nicht verderben. Am Petersdom erklärte uns Georg also die wichtigsten Fakten, bevor wir weiter zur Engelsburg gingen, die ursprünglich als Grabmal Kaiser Hadrians erbaut und später zur päpstlichen Festung wurde. Danach fuhren wir – auch wegen unserer langsam schmerzenden Füße – mit der Metro zur Kapuzinergruft, wo Elias uns die besondere und etwas unheimliche Gestaltung mit den Gebeinen der Mönche näherbrachte.
Am Abend nutzten einige von uns noch die Gelegenheit für einen freiwilligen Spaziergang zum Monte Aventin, zur Pyramide und zum Kolosseum bei Nacht. Müde und mit wundgelaufenen Füßen, aber voller neuer Eindrücke, endete so unser letzter Tag in Rom. Finis coronat opus.

Ein ganz großes DANKESCHÖN an unsere Sponsoren!
Dem Verband ehemaliger Stephaneer e.V., der uns den Eintritt in die Vatikanischen Museen ermöglichte.

Dem Deutschen Altphilologenverband Sachsen-Anhalt, der uns die Führung durch Ostia antica förderte:

Dem Förderkreis zur Gestaltung des Stephaneums e.V., welcher uns die Führung über das Forum Romanum sponsorte:


