Niemand hat das Recht zu vergessen – und niemand darf vergessen – um des Lebens, um der Menschheit Willen.

In der Woche vom 5. bis zum 7. Mai nahmen die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse an einer Exkursion zur Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge teil.
Am Dienstag fuhr die Klasse 9a mit sechs Schülern der 9d in Begleitung von Frau Köthe und Herrn Heinrich als erste Gruppe zur Gedenkstätte. Zunächst begaben wir uns zum Stollen, in dem die Häftlinge täglich bis zu 12 Stunden arbeiten mussten. Der Weg dorthin beträgt ungefähr 2 km, welcher für uns nur eine kurze, etwas matschige Strecke, jedoch damals für die sowieso schon geschwächten Insassen eine weitere große Qual in ihrem Alltag war. Sie mussten nicht nur ihren eigenen Körper, sondern auch schwere Arbeitsmaterialien tragen. Im Stollen herrschte eine kühle und bedrückende Stimmung, welche durch die Erzählungen der Mitarbeiterin, Frau Daifi, über den Arbeitsalltag weiter verstärkt wurde. Nach der Rückkehr zur Gedenkstätte und einer kurzen Pause, wurden wir mit Tablets, Geo-Koordinaten und Quellenmaterial ausgestattet und haben das Außengelände des KZ historisch erkundet. Dabei haben wir mit verschiedenen Routen wichtige Orte abgelaufen und mit Hilfe der verschiedenen Quellen genauer informiert. Besonders in Erinnerung blieben uns die Todeskiefer und das Massengrab, denn so wurde die Grausamkeit und die große Anzahl der Opfer auch bildlich verdeutlicht.

Nach zwei Stunden der Selbsterkundung des Geländes versammelten wir uns schließlich alle wieder und konnten unsere Ergebnisse miteinander austauschen und aufkommende Fragen klären. Dabei erfuhren wir unter anderem mehr über die unmenschlichen Lebensbedingungen, welche eine durchschnittliche Lebenserwartung im KZ von nur zwei Monaten zur Folge hatten. Trotz des nur einjährigen Bestehens starben in diesem Außenlager mehrere tausend Menschen aus über 23 Ländern, wobei der sogenannte Todesmarsch am Ende des Krieges einen erheblichen Teil beitrug. Umso wichtiger ist es also nun für uns, solche Exkursionen zu unternehmen und sich über die Geschichte zu informieren, damit wir den unzähligen Opfern Respekt zeigen, sie nie in Vergessenheit geraten lassen und sich die Ereignisse des zweiten Weltkrieges niemals wiederholen zu lassen.

Der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt möchten wir ausdrücklich einen großen Dank für ihre Unterstützung aussprechen. Durch ihre vollständige Förderung entstehen für dieses wichtige Bildungsangebot keinerlei Kosten für die Teilnehmenden.
Im Geschichtsunterricht konnten wir in der folgenden Stunde unsere Gedanken sammeln, offene Fragen klären oder einfach nur über die Erfahrungen der Exkursion sprechen.

Josie Kunze 9d, Malte Schwarz 9a

